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Drittes Österreichisches Treffen zur Digitalen Linguistik (ÖLT 2025)

Wann: Freitag, 5. Dezember 2025

Der Workshop findet im Rahmen der 49. Österreichischen Linguistiktagung (ÖLT) von 5. - 8. Dezember 2025 in Klagenfurt statt.

Wo: Universität Klagenfurt

ÖLT Raumnummer 9, Raumnummer (Uni) N.0.27 (30)

Anmeldung: geschlossen

Organisation: Tanja Wissik - ( Österreichische Akademie der Wissenschaften ), Andreas Baumann ( Universität Wien ), Julia Neidhardt (TU Wien), Claudia Posch ( Universität Innsbruck ), Gerhard Rampl ( Universität Innsbruck )


Digitale Linguistik ist ein wachsendes interdisziplinäres Feld an der Schnittstelle von Linguistik, Informationstechnologie und Sozialwissenschaften, was sich auch in neuen Projekten, neuen Publikationsreihen und Lehrveranstaltungen zeigt. Ein zentraler Punkt der Digitalen Linguistik sind die Sprachdaten, d.h. digitale Artefakte, die die menschliche Sprache als Ausdrucksform verwenden. Die Bandbreite dieser Sprachdaten reicht von Social-Media-Inhalten, über Parlamentsprotokolle und Zeitungen bis hin zu mittelalterlichen Manuskripten. Solche Daten werden unter anderem verarbeitet, annotiert, analysiert, kuratiert, geteilt, archiviert und wiederverwendet. Weiters spielen neue Technologien wie große Spachmodelle (LLMs) und generative KI eine immer größere Rolle im Bereich der Digitalen Linguistik. Daher erstreckt sich das Themenspektrum dieses Workshops von der Erstellung von digitalen Sprachressourcen (Korpora, Wörterbücher, etc.), Anwendung neuer Methoden (Nutzung von LLMs und Künstlicher Intelligenz), Datenanalyse (z.B. automatisierte Erkennung semantischen Wandels, Sentiment- und Emotionsanalyse etc.) über die Verwendung von Standards und Forschungsinfrastrukturen bis hin zu Methoden der Langzeitarchivierung oder Nachnutzung dieser Sprachdaten.

Die Bandbreite der Forschungsaktivitäten in diesem Bereich in Österreich wurde bereits beim ersten Österreichischen Treffen zur Digitalen Linguistik: Rezente Entwicklungen in Österreich und zweiten Österreichischen Treffen zur Digitalen Linguistik bzw. bei den bisherigen Österreichischen Treffen zu Sentimentinferenz (ÖTSI 2021, 2023) sichtbar, bei denen insgesamt 37 Forschende aus unterschiedlichen österreichischen und internationalen Forschungseinrichtungen ihre Projekte präsentiert haben.

Der diesjährige Workshop “Drittes Österreichisches Treffen zur Digitalen Linguistik” versteht sich als Fortsetzung dieser Workshops, organisiert im Rahmen von CLARIAH-AT und hat auch wieder zum Ziel die rezenten Entwicklungen in der österreichischen Forschungslandschaft aufzugreifen, und unterschiedliche Projekte, die mit oder an Methoden der digitalen Linguistik arbeiten, und die darin involvierten Wissenschaftler*innen zu vernetzen. Es sollen dadurch (1) methodologische Erkenntnisse ausgetauscht werden und (2) Synergien durch das gegenseitige Verfügbarmachen von digitalen Sprachressourcen entstehen, auch im Rahmen der Forschungsinfrastruktur CLARIAH-AT. Darüber möchte der Workshop auch internationale Wissenschafter*innen ansprechen, die im Bereich Digitale Linguistik arbeiten und ihre Forschung vorstellen und sich mit der Community in Österreich austauschen wollen.


Programm

Das Workshopprogramm umfasst 14 Beiträge, die einem Peer-Review-Verfahren unterzogen wurden. Das Book of Abstracts ist weiter unten verfügbar.

UhrzeitRaumnummer ÖLT: 9 / Raumnummer (Uni) N.0.27 (30)
9:00 - 9:05“Introduction“ - Tanja Wissik, Julia Neidhardt, Andreas Baumann
9:05 - 9:30“Interoperable Corpora of Historical Newspapers: the PressMint Project“ - Tanja Wissik, Maciej Ogrodniczuk, Petya Osenova
9:30 - 10:00“Processing Digitized Text on an Example of Job Advertisements from Austrian Periodicals from 1850-1950“ - Klara Venglerova
10:00 - 10:30“Potential of Generative AI for Text Transcription“ - Jona Marie Hassenbach, Magdalena Miteva
10:30 - 11:00Pause
11:00 - 11:30“Large language models as synthetic participants in psycholinguistic experiments: the case of German noun plural formation.“ - Teodor Petrič
11:30 - 12:00“Analysis of Word Order Biases in Language Models: A Controlled Investigation Using Artificial and Natural Languages“ - Varvara Arzt, Allan Hanbury, Terra Blevins
12:00 - 12:15“The reliability of detecting and exploring basic emotions in short social media texts using the BEMDI-metre“ (short paper) - Natalia Borza
12:15 - 12:30“Phylogenetic analysis of folktale evolution: Reconstructing cultural transmission through computational Methods“ (short paper) - Edlira Gugu
12:30 - 14:30Pause
14:30 - 15:00“The rise of present participial -ing in Middle English: Reducing ambiguity in word structure Signals“ - Michelle van de Bilt, Florian Jung, Matthis Hupertz, Irene Böhm, Nikolaus Ritt
15:00 - 15:30“Kommunikationsverben als Indikatoren für situativen Kontext – Ein Forschungsprojekt zu Indexikalität in Korpusanalyse und Sprachwissen“ - Cordula Meißner, Janina Deilke, Anna-Lena Randermann
15:30 - 16:00“Philosophical considerations of digital text analysis: Core assumptions and methodological challenges“ - Rashid Mustafin
16:00 - 16:30Pause
16:30 - 16:45“Vergleichende Analyse von nominierten Texten des Ingeborg-Bachmann-Preises“ (short paper) - Katharina Horn, Fabian Navarro, Jasmin Bettstein
16:45 - 17:00“Heatmap-based visualisation of the linguistic variation (on the material of East Slavic small territorial lects)“ (sort paper) - Ilia Afanasev
17:00 - 17:30“Regional Semantic Change and Variation in Ukrainian with LLMs“ - Nataliia Cheilytko
17:30 - 18:00“Linguistic diversity and digitalization: a progress report“ - Juliane Benson, Julia Neidhardt, Katharina Zeh, Andreas Baumann, Hannes Essfores, Hannes Fellner
Book of Abstracts

Weiterführende Links: