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Workshop: Re-late – Re-Use – Re-Work. Potenziale für Varianten- und Intertextualitätsanalysen in den Digital Humanities

Hosting-Organisationen
Universität Wien
Verantwortliche Personen
Axel Pichler und Gabriel Viehhauser
Beginn
Ende

Large Language Models (LLMs) eröffnen neue Möglichkeiten für die computergestützte Analyse literarischer und historischer Texte. Besonders in der digitalen Editorik und der computationellen Literaturwissenschaft stellt sich die Frage, inwieweit solche Modelle dabei helfen können, komplexe Beziehungen zwischen Texten zu erkennen und zu untersuchen. Der Workshop „re-late – re-use – re-vise“ widmete sich diesem Potenzial anhand eines zentralen Anwendungsfeldes: der Identifikation, Visualisierung und Analyse von Textvarianten und intertextuellen Bezügen. 

Über das Projekt 

Der ganztägige Workshop fand am 4. Dezember 2025 an der Universität Wien statt und brachte Forschende aus Literaturwissenschaft, digitaler Editorik, Digital Humanities und verwandten Disziplinen zusammen. Methodische Beiträge und konkrete Anwendungsbeispiele zeigten unterschiedliche Ansätze zur computergestützten Untersuchung von Textvarianten, Adaptionen und intertextuellen Beziehungen. 

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Large Language Models und verwandte computergestützte Verfahren dazu beitragen können, semantisch und kontextuell ähnliche Textpassagen auch in umfangreichen Korpora zu identifizieren. Diskutiert wurden unter anderem Verfahren zur Analyse und Visualisierung komplexer Textvarianten, mehrsprachiges Text-Alignment, die Untersuchung literarischer Versionen und Überlieferungsvarianten sowie die automatische Erkennung indirekter Zitate. 

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der methodischen Reflexion dieser neuen Möglichkeiten. LLM-basierte Verfahren wurden dabei nicht als Ersatz etablierter philologischer Methoden verstanden, sondern als Ergänzung qualitativer und quantitativer Ansätze. Der Workshop machte zugleich Herausforderungen sichtbar, die für die weitere Forschung relevant sind – etwa hinsichtlich der Qualität und Vergleichbarkeit von Ergebnissen, der Modellanpassung an historische und literarische Texte sowie der Entwicklung interoperabler Annotationen und Standards. 

An der Veranstaltung beteiligten sich Forschende verschiedener österreichischer und internationaler Institutionen, darunter die Universität Wien, die Österreichische Akademie der Wissenschaften, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Freie Universität Berlin, die Universität zu Köln, die Universität Hamburg, die Klassik Stiftung Weimar und die KNAW Amsterdam. Damit förderte der Workshop den Austausch zwischen digitaler Editorik, Literaturwissenschaft und aktuellen KI-basierten Methoden und stärkte zugleich die Vernetzung innerhalb der internationalen Digital-Humanities-Community. 

Die Präsentationsfolien und weitere Materialien des Workshops wurden anschließend gesammelt und über Zenodo offen zugänglich gemacht.