Zum Hauptinhalt springen

Joseph von Hammer-Purgstall Korrespondenz: FAIRification und Erweiterungsworkflow

Hosting-Organisationen
Universität Graz
Verantwortliche Personen
Elisabeth Steiner
Beginn
Ende

Die Korrespondenz des österreichischen Orientalisten Joseph von Hammer-Purgstall (1774–1856) ist eine zentrale Quelle für die Geschichte der Orientalistik und ein bedeutendes Zeugnis seines weitreichenden wissenschaftlichen Dialogs. Die Briefe dokumentieren die Entwicklung der Disziplin und spiegeln die internationale Vernetzung der Wissenschaft im 19. Jahrhundert wider. Sie umfassen Korrespondenzen mit Persönlichkeiten aus Europa, den USA und Indien und bieten wertvolle Einblicke in die kulturellen und wissenschaftlichen Austauschprozesse dieser Zeit. 

Das Projekt widmet sich der digitalen Edition dieser Korrespondenz, um sie als FAIRe Forschungsressource zugänglich zu machen. Ziel ist es, die bereits publizierten Bände in eine TEI/XML-Edition zu überführen, mit standardisierten Metadaten und Normdaten anzureichern und neue Korrespondenzstücke hinzuzufügen. Durch die digitale Aufbereitung wird die Korrespondenz nicht nur für die internationale Forschungscommunity zugänglich gemacht, sondern auch langfristig archiviert und für zukünftige wissenschaftliche Arbeiten nutzbar gemacht. 

Über das Projekt 

Das Vorhaben umfasst mehrere Arbeitsschritte, die sowohl die technische Umsetzung als auch die wissenschaftliche Erschließung der Korrespondenz betreffen. Dabei werden innovative digitale Methoden eingesetzt, um die Briefe zu strukturieren, zu verknüpfen und zu visualisieren: 

  • FAIRification der Daten: Die Briefe werden mit Normdaten wie GND (Gemeinsame Normdatei) für Personen und GeoNames für Orte angereichert. Diese Daten ermöglichen eine präzise Verknüpfung und erleichtern die Nachnutzung durch Aggregationsservices wie Europeana, Kulturpool, CLARIN-VLO und CorrespSearch. Über 900 Personen und Organisationen sowie mehr als 350 Orte wurden bereits erfasst und mit Normdaten verknüpft. Die Normdaten bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterreichung der Briefe in internationale Aggregationsservices und tragen zur Sichtbarkeit österreichischer Quellen bei. 
  • Erweiterungsworkflow: Ein neuer Workflow zur Aufnahme und Bearbeitung zusätzlicher Korrespondenzstücke wurde konzipiert und getestet. Dieser Workflow ermöglicht die Integration von neuen Briefen, die entweder bereits in Archiven vorliegen oder noch entdeckt werden. Die Bearbeitung erfolgt in einem nativen XML-Format, unterstützt durch eine umfangreiche Dokumentation der Editionsrichtlinien und eine Handreichung für häufige Anwendungsfälle. Die Editionsrichtlinien wurden speziell für dieses Projekt entwickelt und dokumentieren die projektspezifischen Anpassungen, um eine konsistente und nachhaltige Bearbeitung der Daten zu gewährleisten. 
  • Publikation und Archivierung: Die Daten werden unter einer Creative Commons BY-NC Lizenz im Geisteswissenschaftlichen Asset Management System (GAMS) der Universität Graz veröffentlicht. Die Plattform bietet ein benutzerfreundliches Interface mit vielfältigen Suchoptionen, Indizes zu Personen und Orten sowie eine spatio-temporale Visualisierung der Briefe über den DARIAH GeoBrowser. Die digitale Edition ermöglicht eine persistente Zitierbarkeit der Briefe und stellt sie der internationalen Forschungscommunity zur Verfügung. 

Die digitale Edition der Korrespondenz trägt nicht nur zur wissenschaftlichen Erschließung bei, sondern unterstützt auch die Weiterentwicklung von Forschungsinfrastrukturen. Sie fördert die Dissemination österreichischer Quellen in internationalen Aggregationen und bietet eine Grundlage für weiterführende Studien in den Digital Humanities und der Orientalistik.