Autor:innenbibliotheken als Wissensräume: Digitalisierung des Katalogs der Arnim-Bibliothek
- Hosting-Organisationen
- Universität Graz
- Verantwortliche Personen
- Anke Jaspers und Georg Vogeler
- Beginn
- Ende
Der Katalog der Bibliothek von Ludwig Achim und Bettina von Arnim in Schloss Wiepersdorf dokumentiert rund 4.000 Titel historischer Autor:innen. Neben bibliographischen Angaben verzeichnet er auch die ursprünglichen Standorte der Bücher in Schränken und Regalfächern. Dadurch macht der Katalog eine historische Wissensordnung sichtbar und ermöglicht Rückschlüsse auf Lektürepraktiken, Sammlungsgeschichte und die Organisation von Wissen.
Das Projekt erschließt dieses bislang nicht digital zugängliche Material und bereitet es für die weitere Forschung auf. Ziel ist es, den historischen Katalog in eine strukturierte, maschinenlesbare und nachnutzbare Form zu überführen und damit neue Zugänge zur Erforschung von Autor, historischen Bibliothekskatalogen und Wissensräumen zu schaffen.
Über das Projekt
Der Katalog der Arnim-Bibliothek wurde 1929 von Werner Wilk erstellt und 1934 von Walther Encke erweitert. Er umfasst 177 Blatt mit maschinenschriftlich beschriebenen Vorderseiten und später ergänzten handschriftlichen Rückseiten. Die Einträge sind nach Wissensgebieten, Genres und Publikationsformen systematisiert und innerhalb dieser Kategorien alphabetisch geordnet.
Eine Besonderheit des Katalogs ist seine doppelte Ordnungsstruktur: Neben der inhaltlichen Systematik dokumentiert er anhand von Standortsignaturen auch die ursprüngliche räumliche Anordnung der Bücher in Schloss Wiepersdorf. Auf diese Weise lässt sich nicht nur nachvollziehen, welche Werke Teil der Bibliothek waren, sondern auch, wie sie innerhalb des historischen Sammlungsraums angeordnet und miteinander in Beziehung gesetzt wurden.
Im Rahmen des Projekts wurden die Nutzungsrechte für den Katalog geklärt und 377 TIF-Dateien von der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar bereitgestellt. Die Dateien wurden in das PNG-Format konvertiert und anschließend in Transkribus weiterverarbeitet. Für die maschinenschriftlichen Seiten wurden erste Transkriptionen erstellt, korrigiert und annotiert, um Ground-Truth-Daten für das Training eines eigenen Modells zu erzeugen. Daraus entstand das Transkribus-Modell „Print M1 Arnim-Bibliothek“. Weitere maschinenschriftliche und handschriftliche Seiten wurden ebenfalls in Transkribus transkribiert. Begleitend fanden Arbeitstreffen des Projektteams und Kooperationsgespräche zur Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte des Katalogs statt.
Die erfassten Daten sollen in ein einfaches maschinenlesbares Format überführt werden, das insbesondere folgende Informationen enthält:
- Nummer des Katalogeintrags
- bibliographischer Eintrag
- historische Standortsignatur
Darüber hinaus ist ein Mapping auf bibliothekarische Erschließungsstandards wie BIBFRAME vorgesehen. Nach Abschluss der Datenaufbereitung sollen die strukturierten Daten gemeinsam mit geeigneten Metadaten und einer offenen Lizenz über Zenodo veröffentlicht werden. Zusätzlich wird geprüft, ob auch die im Projekt erzeugten OCR- und HTR-Ground-Truth-Daten bereitgestellt werden können.
Der für die Extraktion und Strukturierung der Daten entwickelte Code soll über ein GitHub-Repositorium zugänglich gemacht und nach Projektabschluss ebenfalls auf Zenodo archiviert werden. Damit unterstützt das Projekt die FAIR-Prinzipien und schafft eine nachnutzbare Grundlage für weitere Forschungen zu Autor, romantischen Netzwerken und historischen Wissensordnungen.