Call for Contributions: Historical Labour Markets in Text
Computational and Historical Perspectives on Labour Market Evolution
24./25.4.2026 - Universität Graz, Österreich
Workshop Thema
Dieser Workshop bringt Sozial- und Wirtschaftshistoriker:innen, Arbeitsökonom:innen sowie Forscher:innen aus den Digital Humanities zusammen, die textuelle Quellen (etwa Stellenanzeigen, Ego-Dokumente, rechtliche Dokumentationen) zur Untersuchung historischer Arbeitsmärkte nutzen.
Im Kontext des Job-Ads-Projekts an der Universität Graz – seien es Zeitungen, Fachzeitschriften oder frühe Arbeitsvermittlungen – wurde dieses einzigartige Quellenkorpus genutzt, um Einblicke in die Nachfrage der Arbeitgeber und das Angebot an Arbeitskräften zu gewinnen: Berufe, Qualifikationen, Geschlechtererwartungen und soziale Normen. Mit der Digitalisierung und den Fortschritten in der Verarbeitung natürlicher Sprache (Natural Language Processing, NLP) eröffnen sich neue Möglichkeiten für systematische, großskalige Analysen über Zeit und Raum hinweg.
Ziel des Workshops ist es, Erfahrungen darüber auszutauschen, wie textuelle Quellen wie Stellenanzeigen für wirtschafts-, geschichts- und digitalwissenschaftliche Forschung aufbereitet, modelliert und interpretiert werden können. Diskutiert werden sozial- und wirtschaftshistorische Perspektiven auf Arbeit, methodische Herausforderungen (OCR, Klassifikation, Textannotation, Vergleichbarkeit über Zeiträume hinweg), laufende Projekte sowie die Frage, wie computergestützte Verfahren zur Bearbeitung übergeordneter historischer Fragestellungen zu Qualifikationsnachfrage, geschlechtsspezifischer Segmentierung und strukturellem Wandel beitragen können.
Diskussionsthemen
- Historische Quellen, die sich wandelnde Qualifikationsanforderungen, technologische Umbrüche und geschlechtsspezifisch segmentierte Arbeitsmärkte sichtbar machen.
- Erkenntnispotenziale historischer Stellenanzeigen für das Verständnis der Entwicklung von Arbeitsmärkten.
- Methoden zur Extraktion strukturierter sozialer und ökonomischer Informationen aus historischen Textdaten.
- Konzeption vergleichender und longitudinaler Studien zu Arbeitsmärkten über Länder und Jahrhunderte hinweg unter Nutzung von Daten jenseits bereits historisch aggregierter Bestände.
- Verknüpfung textueller Quellen mit ökonomischen Klassifikationen und Taxonomien wie HISCO, ISCO oder Berufsprestigeskalen.
- Ansätze zur Aggregation und Integration neu erzeugter historischer Arbeitsmarktdaten.
Call for Contributions
Interessierte sind eingeladen, ein Abstract im Umfang von 400–750 Wörtern (ohne Literaturverzeichnis) für einen 20-minütigen Vortrag sowie eine kurze biografische Skizze einzureichen.
Bitte senden Sie Ihre Einreichung bis zum 1. Februar 2026 an wiltrud.moelzer@uni-graz.at . Die Benachrichtigung über die Annahme erfolgt bis Anfang März 2026. Eine begrenzte finanzielle Unterstützung für Reise- und Unterkunftskosten steht zur Verfügung.