DHinfra.at Public-Launch-Event
GPU-Cluster und große Sprachmodelle für die Geistes- und Kulturwissenschaften in Österreich
Wann: Montag, 12. Oktober 2026, 10:00 - 11:30 Uhr
Wo: online via Zoom - https://uni-graz.zoom.us/j/63796915567
Bitte treten Sie mit Ihrem vollen Namen bei, damit wir Sie aus dem Warteraum einlassen können. Vorkenntnisse sind nicht nötig, am Ende ist Zeit für Ihre Fragen.
Vortragssprache: Deutsch, wobei auch Fragen in Englisch willkommen sind.
DHinfra.at (Digital Humanities Infrastructure Austria) ist eine Initiative von neun österreichischen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Von 2023 bis 2026 haben wir gemeinsam eine Infrastruktur für die Geistes- und Kulturwissenschaften aufgebaut: mobile multispektrale Kamerasysteme, einen Scan-Roboter, Datenbanken und virtuelle Server für Forschungsprojekte, offene Software-Werkzeuge und einen verteilten GPU-Cluster für maschinelles Lernen und KI.
Mit 1. Oktober werden Projektanträge von allen angenommen, die in Österreich in den Geistes-, Kultur- und Kunstwissenschaften forschen und lehren. Beim Launch stellen wir zuerst die gesamte Infrastruktur vor, der Schwerpunkt liegt dann auf dem GPU-Cluster.
Weitere Informationen zum GPU-Cluster finden sich auf der DHInfra Website:
GPU-Cluster (DHinfra)Was den Cluster besonders macht
Auf dem Cluster laufen große offene Language und Vision Models mit mehreren hundert Milliarden Parametern. Die Auswahl wechselt mit der Zeit: Derzeit läuft Qwen 3.5 mit 397 Milliarden Parametern. Über die nächsten Modelle stimmen die Nutzer:innen ab, zur Wahl stehen unter anderem Modelle von DeepSeek, Kimi, GLM und Mistral. Dazu kommen kleinere, schnelle Modelle und Embedding-Modelle. Forschende nutzen sie über eine Schnittstelle, die mit gängigen KI-Werkzeugen kompatibel ist. Texte und Bilder bleiben dabei im akademischen Netz und gehen an keinen kommerziellen Anbieter.
Modelle dieser Größe stehen an Hochschulen sonst kaum zur Verfügung. Wer sie nutzen will, braucht eigene teure Hardware oder muss seine Daten an kommerzielle Dienste schicken. Etwa für Archive, Handschriften und unveröffentlichte Quellen ist beides oft keine Option. Eine GPU- und KI-Infrastruktur, die eigens für die Geistes- und Kulturwissenschaften gebaut ist, gab es in Österreich bisher nicht.
Außerdem gibt es Rechenzeit auf NVIDIA-GPUs (H200, RTX PRO 6000, L40S), JupyterHub für interaktives Arbeiten sowie SSH und SLURM für größere Rechenaufträge. Der Zugang läuft über eduID, also mit dem digitalen Konto der eigenen Hochschule. Auch Lehrveranstaltungen und Abschlussarbeiten sind willkommen: Die Lehrenden beschreiben das Vorhaben im Projektantrag und laden ihre Studierenden gesammelt ein.
Der Cluster läuft ab 1. Oktober zwar im Regelbetrieb, zuerst aber in einer Einführungsphase bis 31. Dezember 2026: Ausgewählte Projekte nutzen ihn bis dahin kostenlos. Wie es ab 2027 weitergeht, stellen CLARIAH-AT und das DHinfra.at-Konsortium rechtzeitig vor.
Was schon darauf läuft
Texterkennung auf historischen Zeitungen, Informationsextraktion aus mittelalterlichen Rechnungsbüchern mit Sprachmodellen, Modelltraining zur Erkennung lateinischer Inschriften und vieles mehr. Beim Launch zeigen wir einige dieser Beispiele.
Weitere detaillierte Informationen zu DHinfra.at finden sich auf der Website:
DHinfra.at