Zum Hauptinhalt springen

EURALEX 2026: Call for Papers

Die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) und Natural Language Processing (NLP) hat begonnen, die Art und Weise zu verändern, wie lexikografische Daten erstellt, analysiert und präsentiert werden. Große Sprachmodelle, fortgeschrittene Korpuswerkzeuge und andere Methoden des maschinellen Lernens eröffnen bislang beispiellose Möglichkeiten, Aufgaben wie die Extraktion lexikalischer Informationen, die Induktion von Wortbedeutungen oder das Verfassen von Definitionen zu beschleunigen. Sie ermöglichen darüber hinaus neue Formen der Nutzerinteraktion, darunter konversationelle und personalisierte Wörterbücher, die sich an unterschiedliche Zielgruppen anpassen oder multimodale Inhalte wie Text, Ton und Bild integrieren können.

Gleichzeitig bringen diese Technologien ernsthafte Herausforderungen mit sich, die über rein technische Fragestellungen hinausgehen. Automatisch generierte Inhalte werfen Fragen nach Verlässlichkeit, Verzerrung und Transparenz auf, während die Integration undurchsichtiger Systeme in lexikografische Arbeitsabläufe das Risiko birgt, wissenschaftliche Standards von Qualität und Verantwortlichkeit zu untergraben. Auch die ökologischen Auswirkungen groß angelegter KI-Modelle müssen berücksichtigt werden, was Zweifel an ihrer langfristigen Nachhaltigkeit in ressourcen-intensiven Projekten wie der Lexikografie aufwirft. Schließlich fordert die Einführung von KI in diesem Bereich dazu auf, die Rolle der Lexikograf*innen neu zu reflektieren: Wie kann menschliche Expertise zentral bleiben, wenn Automatisierung zunehmend allgegenwärtig wird, und welche Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine sind sowohl effektiv als auch verantwortungsvoll?

Die Konferenz Lexicography in the Age of AI bietet ein Forum zur Diskussion dieser Chancen und Risiken. Sie bringt professionelle Lexikograf*innen, Verleger*innen, Forschende, Softwareentwickler*innen und alle an Wörterbüchern Interessierten zusammen, um sowohl das Potenzial von KI für die Entwicklung dynamischer, interaktiver Wörterbücher als auch die damit verbundenen ethischen und ökologischen Verantwortlichkeiten zu erörtern.

Die Konferenz findet von Dienstag, 29. September - Samstag, 3. Oktober 2026 im Hauptgebäude der Österreichischen Akademie der Wissenschaften , im Herzen von Wien, Österreich, statt: Dr. Ignaz Seipel-Platz 2 , 1010 Wien.

Weitere detaillierte Informationen finden sich auf der Konferenz-Website:

EURALEX 2026

Unter dem Thema Lexicography in the Age of AI zielt die Konferenz darauf ab, professionelle Lexikograf*innen, Linguist*innen, Verleger*innen, Forschende, Softwareentwickler*innen sowie alle Interessierten, die sich mit Wörterbüchern und deren Bedeutung für Bildung, Kultur, Politik und Gesellschaft im Alltag befassen, zusammenzubringen.

Die Konferenz findet als hybride Veranstaltung statt. Während alle Teilnehmenden ausdrücklich zur Präsenzteilnahme ermutigt werden, ist geplant, für registrierte Teilnehmende einen Livestream sowie Aufzeichnungen der Veranstaltung bereitzustellen. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Autor*innen ihre Beiträge grundsätzlich vor Ort präsentieren sollten.

Das Programm umfasst Plenarvorträge, parallele thematische Sitzungen, Software-Demonstrationen, Präsentationen neuer Projekte und Nachwuchswissenschaftler*innen, Workshops, eine Buchausstellung sowie soziale Events.

Call for Papers

Wir laden zur Einreichung von Beiträgen, Postern, Präsentationen und Software-Demonstrationen zum Thema „Lexikografie im Zeitalter von KI“ sowie zu allen lexikografisch relevanten Fragestellungen aus folgenden Bereichen ein:

  • Wörterbuchtypen und -formate
  • Prozesse und Methoden der Wörterbucherstellung
  • Wörterbuchnutzung und Nutzer*innenbenutzerbedürfnisse
  • Korpora in der Lexikografie
  • Phraseologie und Kollokationen
  • Lexikografie und Sprachtechnologien
  • Dateninfrastrukturen und lexikografische Tools
  • Qualität, Ethik und Nachhaltigkeit
  • Lexikologie und linguistische Grundlagen
  • Etymologie und historische Lexikografie
  • Wörterbuchgestaltung und -publikation
  • Lexikografie wenig verbreiteter und bislang unzureichend erforschter Sprachen
  • Kollaborative und gemeinschaftsbasierte Lexikografie

Diese Themenbereiche sind nicht abschließend. Einreichungen, die für die Konferenz relevant sind, aber in keine der genannten Kategorien fallen, werden ebenfalls begutachtet und zur Präsentation in Betracht gezogen.

Formen der Beiträge

Bei der Einreichung von Abstracts kann zwischen den folgenden Beitragsformen gewählt werden:

  • Vorträge (reguläre Präsentation von 20 Minuten plus 10 Minuten Diskussion)
  • Software-Demonstrationen (10-minütige Videovorführung in einem festgelegten Zeitfenster)
  • Poster (Präsentation in einer eigenen Postersession)

Jedes eingereichte Abstract wird anonym von mindestens zwei Mitgliedern des Wissenschaftlichen Komitees begutachtet. Die Conference Proceedings werden online veröffentlicht und vor der Konferenz frei zugänglich gemacht. Zudem werden sie zur Indexierung in Scopus eingereicht.

Die Frist für die Einreichung von Abstracts mit einem maximalen Umfang von 800 Wörtern, ohne Literaturangaben, Tabellen und Abbildungen, ist der 1. Februar 2026.

Papers, Software-Demonstrationen und Poster sind über die Submission Website auf Easychair einzureichen:

EURALEX 2026 Einreichung

Call for workshops

Die Konferenz bietet die Möglichkeit, Themen im Rahmen von Pre-Conference-Workshops vertieft zu diskutieren.

Diese Workshops können als Halbtagesveranstaltungen am Dienstag, dem 29. September (09:00–14:00), stattfinden. Die Räumlichkeiten werden kostenlos zur Verfügung gestellt; etwaige zusätzliche Kosten (z. B. für Kaffeepausen, Mahlzeiten usw.) sind jedoch von den jeweiligen Workshop-Organisator*innen zu tragen.

Wer einen Workshop organisieren oder daran teilnehmen möchte, muss als Konferenzteilnehmer*in registriert sein und die entsprechende Teilnahmegebühr entrichten. Workshop-Organisator*innen können zusätzlich eine gesonderte Workshop-Gebühr einheben. Vorschläge für Workshops können ab sofort eingereicht werden und müssen folgende Angaben enthalten:

  • Titel und Name der Workshop-Leitung
  • Dauer und Format des Workshops
  • Geschätzte Teilnehmer*innenzahl
  • Kurze Beschreibung der Agenda
  • Informationen zu Struktur und Zeitplan
  • Bevorzugtes Zeitfenster
  • Etwaige technische Anforderungen

Workshop-Vorschläge mit einem maximalen Umfang von 800 Wörtern sind bis spätestens 15. Januar 2026 per E-Mail an euralex2026@oeaw.ac.at zu senden. Das Organisationskomitee der Konferenz wird alle eingereichten Vorschläge sorgfältig bis Mitte Februar 2026 prüfen.

Direkter Link zum Call for Papers auf der EURALEX Website:

EURALEX 2026 Call for Papers